Kosovo und seine Bewohner werden Glück noch brauchen können, denn der erhoffte Aufschwung ist nicht in Sicht.
Das war zu erwarten, der Kosovo hat im Vergleich mit ähnlichen Volkswirtschaften wenig zu bieten. Am meisten fehlt es an Bildung, Leistungsbereitschaft, und Rechtssicherheit. Auch der Optimismus betr. Infrastruktur und Weltbank ist fehl am Platz, es werden mindestens noch Hunderte von Millionen für nötigste Investitionen in Wasser, Elektrizität, Telekommunikation und Verkehr gebraucht.
Die werden kaum als Geschenke zu haben sein, der grösste Teil davon muss als Kredite aufgenommen werden (zumeist von EU und von der Weltbank), und das heisst: Kosovo muss deren Auflagen zur Strukturbereinigung und Korruptionsbekämpfung erfüllen und die Schulden jahrelang dennoch zurückzahlen. Das geht nur über Steuerdisziplin, geringere Ansprüche an den Staat, und über unpopuläre Abgaben wie die meist umgangene Mehrwertsteuer. Wohlgemerkt: Durchgesetzt von Kosovaren gegenüber Kosovaren.
Als selbständiger Staat steht der Landstrich jetzt in der Verantwortung. Glück allein wird nicht reichen. Jetzt heisst es im Kosovo: Aermel aufkrempeln, Gürtel enger schnallen, und die Arbeit anpacken. Es kommen noch viel härtere Zeiten.
(siehe auch Interview unter http://www.ideas-expert.ch/issues/index.php?id=17):
16. Februar 2009 um 17:10
Ziemlich schwierige Situation. Wie ich das auf euren IDEAS Sites verfolge, habt ihr auf die Hemmschuhe für eine Unabhängigkeit des Kosovo bereits vor dem Geschehen hingewiesen. Und das entgegen der allgemeinen Euphorie damals. Die Unabhängigkeit in eine Erfolgsgeschichte zu führen, braucht wohl noch viele Jahre und besonders auch unvoreingenommene Köpfe, die um-und weitsichtig agieren können!
13. Mai 2010 um 11:17
Der Kosovo wird der EU und auch der Schweiz noch lange Kopfschmerzen bereiten. Stichworte: Rechtssicherheit, Korruption, Mafia, Kriminalität, fehlende wirtschaftliche Lebensfähigkeit.